Podiumsdiskussion mit Ahmad Mansour: Gemeinsam Ethik oder getrennt Religion? 10.11.2026 in München
von Anne-Barbara Kindler | 16. Okt. 2026
Gemeinsam Ethik oder getrennt Religion?
Debatte zur bekenntnisfreien Schule in Bayern
Einladung an Eltern, Schüler*innen, Lehrkräfte und alle anderen Interessierten
Auch in diesem Schuljahr standen Eltern in Bayern wieder vor der Frage, ob ihr Kind den gemeinsamen Ethikunterricht oder den getrennten Religionsunterricht besuchen soll. Immer öfter fällt die Wahl auf Ethik, weshalb die Gruppen für den kirchlichen Bekenntnisunterricht oft zu klein sind und inzwischen mehr als 40.000 Kinder „RUmeK” besuchen: den „Religionsunterricht mit erweiterter Kooperation”, der zugleich katholische und evangelische Bekenntnisse vermittelt. „Islamischer Unterricht” hingegen findet in Verantwortung des Freistaats Bayern statt und vermittelt keine Bekenntnisse, sondern Erkenntnisse.
Anhand dieser Entwicklungen wollen wir diskutieren, wie schulische Wertebildung in Bayern zukunftsfest gestaltet werden kann: durch Weiterentwicklung der bestehenden Modelle oder durch „bekenntnisfreie Schulen”, die das Grundgesetz in Artikel 7 Absatz 3 ermöglicht?
Der Experte für Integration und Extremismus, Ahmad Mansour, bezeichnet den getrennten Religionsunterricht in seinem SPIEGEL-Bestseller Generation Allah als „fatal – was für ein Bild bekommen die Gruppen voneinander? Eben: Die anderen sind anders.” Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, sagt, Schule müsse „Kinder und Jugendliche ganzheitlich bilden. Dazu gehören auch (religiöse) Werte.“ „Kulturkampf ist überholt”, meint der Fachbereichsleiter Ethik des Bayerischen Philologenverbandes (bpv), Michael Lang, denn „Ethik und Religion gewährleisten zusammen ein friedliches Miteinander.“ Das Kultusministerium betont den Wert des getrennten Bekenntnisunterrichts für die „Vermittlung des christlichen Wertefundaments“.
Der Zentralrat der Konfessionsfreien und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schlagen eine Änderung der Landesschulgesetze vor, so dass jede staatliche Schule per Gremium entscheiden kann, eine „bekenntnisfreie Schule” zu werden. Dort muss Religion nicht mehr als ordentliches Lehrfach angeboten werden, und im Ethikunterricht können alle Kinder gemeinsam über die kleinen und großen, philosophischen und religiösen Fragen des Lebens sprechen – lieber miteinander als übereinander. Wir fragen daher:
Taugt die „bekenntnisfreie Schule” für den Freistaat Bayern?
Wann? 10. November 2026 – 18 Uhr
Wo? Einstein Kultur, Einsteinstraße 42 in 81675 München
Auf dem Podium:
- Ahmad Mansour, MIND Prevention gGmbH
- Matthias Fischbach, Vorsitzender der FDP Bayern
- Michael Lang, Vorsitzender der Fachgruppe Ethik im Bayerischen Philologenverband – bpv
- Philipp Möller, Vorsitzender des Zentralrats der Konfessionsfreien e.V.
- Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes – BLLV
Programm
18:00 Uhr: Begrüßung und Einführung durch Philipp Möller
18:10 Uhr: Impulsvorträge von Ahmad Mansour und Simone Fleischmann
18:30 Uhr: moderierte Podiumsdiskussion und Fragen aus dem Publikum
20:00 Uhr: Ausklang bei Getränken